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21.09.2018 12:05 Alter: 85 days

Ausstellungseröffnung: "Du bist ein Glücksfall" am 22.09.2018


Die Gemeinde Lilienthal, die als Unterstützer dieser Veranstaltung mit auftritt plant am


Samstag den 22.09. um 17 Uhr die Ausstellungseröffnung



„Du bist ein Glücksfall“



Antke Bornemann and friends of aRT.
Klosterstraße 25 in Lilienthal



Du bist ein Glücksfall“, hatte ein Freund einmal zu Antke Bornemann gesagt und ihr diese Worte zur Erinnerung als Bild geschenkt. Wer hört das nicht gerne, ein Glücksfall zu sein? Das spricht an, das lädt ein, sagte sich die Fischerhuder Malerin und genau das tut sie mit ihren Arbeiten. „Du bist ein Glücksfall“ titelt darum ihre neue Ausstellung im Rathaus Lilienthal, im Kulturzentrum Murkens Hof und in der Kunststiftung ab 22. September.


Jenes namensgebende Bild wird auch zu sehen sein. Da steht der Satz in einem Apfel. Diese Frucht eröffnet viele Deutungsschichten vom Sündenfall im Paradies bis zu Newtons Apfel-Gravitationsgesetz. Ebenso vielschichtig gestaltet Bornemann ihre Ausstellung und einmal mehr zeigt sie sich darin als Brückenbauer.


Antke Bornemann verknüpft durch ihr Sein und mit ihren Arbeiten Menschen und Zeiten. In „Du bist ein Glücksfall“ zeigt sie Acrylarbeiten, Mischtechniken und Installationen und sie lädt Freunde ein, genauer „Friends of aRT“. Künstlerische Wegbegleiter sollen zu einem Teil dieses Projekts zu werden, denn: „Alleine bist du ein Einzelkämpfer.“ Das aber ist Antke Bornemann wahrlich nicht. Sie bewegt sich in ihrer künstlerischen Sprache und als Mensch im Spannungsbogen von Individualität und Gemeinschaft.


1980 zeigte die damalige Kunststudentin Antke Bornemann ihre ersten Arbeiten in Lilienthal. Seinerzeit irritierte sie die Ausstellungsmacher mit einem alten, von Spinnweben eingewobenen Fenster. 1987 lud sie anlässlich ihrer ersten Einzelausstellung zu einem „Flug in die Sonne“ mit Performance-Elementen ein. Das Irritieren und das Einladen zum Perspektivwechsel behielt sie bei, getreu des Gedankens: „Wer genauer hinschaut, sieht mehr.“


Antke Bornemann entdeckt beispielsweise viel und immer wieder neu, wenn sie alte Postkarten, Briefe oder Fotografien betrachtet. Über Jahre hinweg machte sie diese Zeugnisse der Ahnen zum Ausganspunkt ihrer Kunst. Vielleicht als logische Konsequenz einer Kindheit auf dem Lande. Sie lauschte den Geschichten ihrer Großmutter oder wenn der Sturm überm Deich heulte. Dieser Zauber des Alten verblasste für Bornemann nie. „Ich bin die Hüterin der Ahnen“, sagt sie für ihre Familie und zeigt in der neuen Ausstellung ihre Interpretation der Vergangenheit. Vergilbte Fotografien dieser teils recht ernsthaft dreinblickenden Vorfahren und alte Handschriften setzt sie in neue Kontexte, wie etwa in der Installation „Das Gold der vergangenen Tage“. Dort erwachen Sammelstücke von einst zu neuem Glanz. Eine Brücke in die Zukunft schlägt Bornemann mit neueren Arbeiten zu „Kindergeschichten“ und deren unverstellten Blicken auf die Welt.


Jede Handschrift sei einmalig, sagt die Künstlerin und verweilt nicht nur in der Vergangenheit. Als Netzwerker und Brückenbauer bringt sie Menschen mit ihren Bildern, mit Installationen oder in der Realität zusammen und erschafft daraus Kunstwerke verschiedenster Art. Einmal ließ sie Ausstellungsbesucher auf lange Spruchbänder schreiben. Diese Zeugnisse der kunstvoll gefassten Individualität sind ebenfalls zu sehen. Ähnlich der Handschrift versteht Bornemann Schuhe als einen einzigartigen Abdruck ihrer Trägerin oder ihres Trägers. Mit diesem Sujet spielt die Künstlerin in einer weiteren Installation. Sie hat Paare, Singles oder Freundinnen und Freunde eingeladen, ihr Schuhe auszuleihen, und sie kündigt an: „Die Menschen sind Teil des Objektes, indem sie entscheiden, wie sie ihre Schuhe präsentieren.“


Nicht nur den Hand- und Fußspuren der Ahnen und Mitmenschen spürt Antke Bornemann nach. In ihren Bildern vereint sie Schrift und Farbe. Zitaten, die einen nachdenklich stimmen, große Gedanken über den Sinn des Lebens oder den Umgang mit dieser Welt löst sie in noch wirkmächtigere Farben auf. Fast magisch findet der Inhalt über die Form seinen Empfänger. Bornemanns Acrylarbeiten und Mischtechniken laden zu einem intimen Dialog ein oder zu einer lebhaften Diskussion, bei der die Bilder nicht mehr und nicht weniger ausdrücken sollen, als die Meinung der Künstlerin. Das Farbspektrum aus Rot, Orange, Blau oder Türkis der früheren Jahre erfährt in jüngeren Arbeiten analog zu mehr Naturzitaten eine Erweiterung in den Grünbereich.


Bornemann hat verschiedene Künstlerinnen und Künstler eingeladen und die gezeigten Arbeiten müssen/sollen alle was mit Antke Bornemann zu tun haben. Von daher ist es eine spannende Ausstellung, die das Thema Du bist ein Glücksfall von vielen Seiten beleuchtet.
Teil der Ausstellung werden verschiedene Installationen zum Thema Das Gold vergangener Tage, Kairos ist im Augenblick oder zeigt her  eure Schuhe zu sehen sein.


Zur Ausstellungseröffnung  werden verschiedene Künstlerinnen und Künstler zum Thema Du bist ein Glücksfall ihre Interpretation mit Stimme, instrumental und tänzerisch darlegen.

 

Die Begrüßung dieser Ausstellung wird von Bürgermeister Kristian Tangermann vorgenommen. Die Einführung in die Ausstellung übernimmt Undine Mader, Journalistin und zur Kooperation zwischen KULTURAmt und Kunststiftung wird Frau Dr. Bettina Jachens etwas sagen.

 

Im Anschluss um 20:30 Uhr spielen VoodooChild . Die Band mit der schwedischen Sängerin Mia Guttormsson musiziert an diesem Abend gemeinsam mit Streichern der Bremer Philharmonikern, dem Quattro con Brio unter der Leitung von Stefan Drabek.

 

Diese spannende Zusammenarbeit der Soul, Funk Blues Band mit dem klassischen Streicher Ensemble entstand bereits während der letzten CD-Produktion. Erstmals wird an diesem Abend ein komplettes Programm zu hören sein. Sie dürfen gespannt sein.